Europaabgeordnete kommt zur Brauereiführung
Europaabgeordnete kommt zur Brauereiführung

Das einmalige Energiekonzept unserer Brauerei mit der von Ingenieur Stefan Pfister ausgeklügelten Wärmespeicherung und Rückführung in den Produktionsprozess hat Europaabgeordnete Monika Hohlmeier so beeindruckt, dass sie sich unsere neue Brauerei einmal vor Ort anschauen wollte. Georg Rittmayer führte die Europaparlamentarierin durch das „Herz“ der Braustätte, wo mittlerweile 15 verschiedene Biersorten hergestellt werden. „Unsere Stammsorten sind nach wie vor das helle Landbier, das Keller- und Weizenbier, das ist das Hauptgeschäft. Doch der Trend geht auch hin zu neuen Sorten, für die Bierliebhaber brauen wir auch ganz exquisite Biere wie das Jahrgangsbier“, erklärte ihr der Brauereichef.

Lob und Kritik für die Politik

Europaabgeordnete kommt zur Brauereiführung

Zur Begrüßung richtete Georg Rittmayer seinen Dank – auch im Namen des Verbandes der Privaten Brauereien, bei der er Bayerischer Vizepräsident ist - an die Abgeordnete für deren Einsatz zum Schutz der öffentlichen Wasserversorgung im EU- Parlament. Dort konnte eine Privatisierung des Marktes verhindert werden. „Wasser ist ein nicht handelbares Gut, es gehört zur Daseinsvorsorge. Das haben wir klargestellt“, bekräftigte Hohlmeier noch einmal ihren Einsatz zum Erhalt der regionalen Trinkwasserversorgung. Denn die gleichmäßige Qualität und Preisstabilität sind die kleineren Brauer überlebenswichtig. Als weitere große Belastung nannte Georg Rittmayer die Neuregelung der Biermengenstaffelung bei der Steuer seit dem Jahr 2000. „Früher zahlte man als kleine Brauerei mit weniger Ausstoß weniger. Je größer der Brauereiausstoß war, umso mehr. Es wurde alles gleichgeschaltet, jetzt zahlen auch die kleinen Betriebe höhere Steuersätze. Erst ab 200.000 Hektoliter im Jahr – da gibt es in Franken keine Brauerei dieser Größe – werden wieder höhere Abgaben fällig.“

Gesetzliche Pfandregelung geht an Realität vorbei

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Monika Hohlmeier hörte sich die Sorgen des unseres Unternehmens mit offenen Ohren an. Die gebürtige Münchnerin hat nämlich einen besonderen Bezug zu Brauereien: Ihre Großeltern mütterlicherseits hatten mit dem „Kaiserbräu“ selber eine Brauerei betrieben. Und Hohlmeier nahm sich viel Zeit bei der Brauereiführung, wollte auch die kleinen Details wissen und staunte, wie effizient die Wärmespeicherung und Rückführung der Energie in den Brauprozess in unserem Vorzeigebetrieb funktioniert.
Auch bei einer besonderen Problematik - dem Pfandsystem - hörte sie genau hin. Die Brauerei Rittmayer hatte im vergangenen Jahr rund 70.000 Euro an Pfandverlust. Eine immense Summe. Sie kommt dadurch zustande, wenn in den Pfandkästen aus den Märkten nicht alle Flaschen drin, oder beschädigt sind. „Wir zahlen Pfand nach Kästen und nicht nach Flaschen zurück“, erklärt Georg Rittmayer. Bei Bügelverschlussflaschen ist der Anschaffungspreis 30 Cent pro Flasche. Den gesetzlich geregelten Pfandsatz von 4,50 Euro für den Kasten mit Bügelverschlussflaschen hält der Unternehmer für Irrsinn, schon der leere Kasten ohne Flaschen kostet in der Anschaffung 3,50 Euro: „Wir zahlen dabei immer drauf“. Zwar sei dies keine EU- Problematik, sondern eine Angelegenheit des Bundes, so die Abgeordnete, doch sie versprach, dies an den zuständigen Stellen anzusprechen. „Das war mir so gar nicht bewusst“, so Hohlmeier.

Forschungsprojekt läuft

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Doch Georg Rittmayer wäre als Unternehmer nicht so weit gekommen, wenn er nur lamentieren würde. Gerade läuft bei ihm auf dem Brauereigelände seit September ein Forschungsprojekt bei dem verschiedene Firmen beteiligt sind. Mit Transponder werden dabei die zurückgegebenen Kästen ausgelesen, denn von Hand würde es zuviel Zeit in Anspruch nehmen. Das System könnte bis April laufen, gibt sich der Unternehmer zuversichtlich.

Was aber nützen all die Innovationen, beste Technik und größte Sorgfalt, wenn das Produkt am Ende nicht schmeckt. Auch davon wollte sich Monika Hohlmeier bei der Bierverkostung am Ende der Führung überzeugen. Ihr Urteil: „Die Qualität der Braukunst ist exzellent!“. Wir nehmen das Lob gerne an: „Prost, Frau Abgeordnete!“.