Verband der Privaten Brauereien tagte bei uns

Zur Bezirksversammlung der Regionen Oberfranken-Bamberg, Oberfranken-Kulmbach und Unterfranken haben sich mehr als 50 Brauereibesitzer in unserer Gaststätte getroffen.

Verband der Privaten Brauereien tagte bei uns

637 Brauereien gibt es in Bayern, davon sind etwa 90% noch familiengeführt. Franken hat die höchste Brauereidichte der Welt! Besonders im Bamberger Raum aber auch im Landkreis Forchheim sind noch immer viele kleine und mittelständische Brauereien. Ein großer Teil davon ist im Verband der Privaten Brauereien Bayern organisiert. Er sieht sich als Vertreter der mittelständischen Brauwirtschaft und engagiert sich für die Interessen der Privatbrauereien in Deutschland. Die vorwiegend kleinen Unternehmen haben mit vielen Hindernissen und Problemen zu kämpfen, sei es wirtschaftlicher oder einfach nur bürokratischer Art. Zudem drängen die Großbrauereien aller Macht in die Märkte, ein steter Kampf um den Kunden ist die Folge. Viele „Kleine“ haben in den letzten Jahrzehnten die Bierproduktion aufgegeben, konnten oder wollten nicht mehr neu investieren und sind für immer aus dem Bieratlas verschwunden.

Fachreferate

Zur diesjährigen Bezirksversammlung der Regionen Oberfranken-Bamberg, Oberfranken-Kulmbach und Unterfranken haben sich mehr als 50 Brauereibesitzer eingefunden. Fünf Stunden lang referierten Hauptgeschäftsführer Dr. Werner Gloßner, Geschäftsführer Stefan Stang, Energie- und Umweltberater Thomas Scheffold und Rechtsanwältin Stefanie Träger. Themen waren unter anderem die verpflichtende Einführung einer elektronischen Übermittlung des Jahresabschlusses an das Finanzamt spätestens für das Wirtschaftsjahr 2013, der Umsatzverlust von 6% im Gastgewerbe und 18% beim Getränkeumsatz seit 2005 aber auch die neuen Möglichkeiten der Förderung und Finanzierung von Investitionen. Bei den Rohstoffen bleibt die befürchtete Unterversorgung mit Braugerste aus, informierte Stefan Stang. Durch Flächenzuwachs aufgrund der Frostschäden bei den Winterfrüchten gibt es ausreichend Mengen, prognostizierte er. Der Preis wird aber dennoch hoch bleiben, weil beim Futtergetreide Knappheit herrscht. Eine „komfortable Situation“ sieht er aufgrund der Überproduktion beim Hopfen. Interessant sind auch die neuen Züchtungen mit speziellen Aromen.

Brauereiführung

Verband der Privaten Brauereien tagte bei uns

Nach der Fülle von Informationen freuten sich die Brauereiinhaber dann so richtig auf die Besichtigung der neu gebauten Brauerei von Gastgeber Georg Rittmayer am Ortsrand von Hallerndorf. Sie waren nicht nur begeistert von der sinnigen räumlichen Anordnung und hohem technischen Standard, sondern auch voll des Lobes über das einmalige, eigens für diese Brauerei konzipierte Energiekonzept. Unser Unternehmen wurde kürzlich als 100%-ige Solarbrauerei zertifiziert, die Anlage wird ausschließlich mit regenerativen Energieformen betrieben, die abfallende Wärme immer wieder in einem ausgeklügelten Kreislauf für den Produktionsablauf verwendet. „Man muss sich daran gewöhnen, dass Brauereien heute so aussehen“, merkte die Geschäftsführerin der Brauerei Eder&Heylands in Großostheim bei Aschaffenburg, Ev Eder-Wielmann, anerkennend an. In ihrem Familienunternehmen sind 110 Arbeitnehmer beschäftigt, sie geht gerne zum Austausch mit den Kollegen zu den Versammlungen und hat mit Georg Rittmayer zur weiteren Vernetzung gleich einmal die Visitenkarten ausgetauscht. Beim Rundgang durch die Brauerei mit den fachkundigen Kolleginnen und Kollegen merkte man Georg Rittmayer schon etwas den Stolz über sein Lebenswerk an, das er am Ortsrand von Hallerndorf „auf der grünen Wiese“ errichtete. Er wurde bei den satzungsgemäßen Wahlen in der Versammlung zuvor als Bezirksvorsitzender der Region Oberfranken-Bamberg mit seinem Stellvertreter Ingmar Michel (Mahrs-Bräu Bamberg) bestätigt und zum neuen Obermeister gewählt. Neben den beiden wurden Rainer Wagner (Brauerei Wagner, Merkendorf), Siegi Friedmann (Brauerei Friedmann, Gräfenberg), Hans-Ludwig Straub (Brauerei Drei Kronen, Memmelsdorf) und Matthias Trum (Brauerei Heller – Schlenkerla, Bamberg) als Delegierte für den Landesverband bestellt.